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Als vor 15 Jahren die Ära Audiolabor zu Ende ging, entstand aus den Erfahrungen, die mit VV2020, Klar und Rein gesammelt wurden, ein neuer, absolut puristischer Vorverstärker. Dieser Vorverstärker genießt auch jetzt nach eineinhalb Jahrzehnten unter Musikliebhabern und High-End-Puristen einen Ruf erster Güte. Gleichzeitig haben die Erkenntnisse von nunmehr einem viertel Jahrhundert Verstärkerbau zu einer neuen, in vielen Punkten weiterentwickelten Technik geführt, die hiermit in unserem neuen Vorverstärker "CALVIN" vorgestellt wird.
In diesem Konzept vereinigen sich puristischer Anspruch nach höchster Klanggüte mit dem Maß an Bedienungsfreundlichkeit, das sinnvoll und eine Hilfe für den Besitzer ist.
Neben einer optional erhältlichen Phonoplatine, die umschaltbar ist von MM auf zwei verschiedene MC-Empfindlichkeiten und kanalgetrennter, feinstufiger Pegelsteller gibt es eine Infrarot-Fernbedienung, die die Funktionen Lautstärkeregelung und muting umfasst.
Wie auch beim Vorgängermodell ist das Netzteil in einem separaten Gehäuse untergebracht. Gab es beim älteren Modell gelegentlich thermische Probleme mit dem Netzgerät, ist nunmehr alles, was Hitze erzeugt, in den Vorverstärker verlegt. Mit seinem großen Gehäuse, das zudem noch zwei kräftige Kühlschienen dazu bekam, ist er wesentlich besser in der Lage, die Wärme abzuführen. Nunmehr ist nur noch der Transformator in dem Gehäuse des Netzgerätes.
Der Netzschalter an der Frontplatte des Vorverstärkers schaltet mit Hilfe zweier Relais die sekundäre Niederspannung.
Die Verstärkerstufen wurden noch einmal gründlich überarbeitet, so wurden z.B. die Eingangsschaltungen in kompakte Module verlegt, die Ausgangsstufe verstärkt und ganz besonders die Stromversorgung überarbeitet. Alle Arbeitspunkte im Gerät beziehen sich auf eine einzelne, temperatur-kompensierte Referenzspannung, Abweichungen der Arbeitspunkte untereinander sind damit ausgeschlossen.
Genau wie bei seinem Vorgänger laufen alle Verstärkerstufen in reinem A-Betrieb und die Stabilisierung der Stromversorgung besteht aus Serien- und Parallel-Reglern, die einiges an Verlustleistung produzieren. Obwohl sehr große Kapazitätswerte im Netzteil verwendet werden (10.000µF), ist der Einsatz von Parallelreglern, die eine rechnerisch unendlich große Kapazität erzeugen, für eine tief hinab reichende Basswiedergabe unabdingbar.
Neu ist die Verwendung ultraschneller Gleichrichterdioden und induktionsfreier Widerstände in den Wechselstromzuleitungen, um den Netztrafo nicht in der magnetischen Sättigung zu betreiben. Dadurch werden Störungen aus dem Netz und durch die Gleichrichtung wesentlich besser unterdrückt.
Ein sehr wichtiger Gesichtspunkt bei der Entwicklung war die möglichst geringe Menge an Keramik im Gerät. In vielen Bauteilen befindet sich technische Keramik, so z.B. in nahezu allen Widerständen, aber auch in Schaltern, Potentiometern und eventuell auch in einigen Kondensatoren.
Diese Keramik besteht im allgemeinen aus gesinterten Metalloxiden. Durch den Sinterprozess sind die Bauteile jedoch für bestimmte Resonanzen zugänglich, die den Klang, vor allem im Hochtonbereich, beeinflussen können.
Deshalb wurde die Menge an Keramik auf die geringst mögliche beschränkt, z.B. sind Widerstände weitgehend in SMD-Bauteile, da diese besonders klein sind. Große Lastwiderstände sind als Manganin-Folien ausgeführt, die ohne Keramik auskommen.
Mit dem Drehschalter auf der Phonoplatine läßt sich die Eingangsempfindlichkeit und der Eingangswiderstand in drei Stufen einstellen:
- 1 MM 47 kOhm / 1mV,
- 2 MC 600 Ohm / 0,5mV
- 3 MC 600 Ohm / 0,2mV
Um den Drehschalter herum sind die für diese Einstellungen relevanten Widerstände angebracht. Sie sind auf Kundenwunsch leicht gegen andere Werte auszutauschen.
Um den Schalter zu verstellen, muss die Glasplatte abgehoben werden, sie ist deshalb mit wieder lösbaren Klebestreifen befestigt.
Neben dem Phono-Eingang sind noch vier Linear-Eingänge vorhanden. Ist keine Phonoplatine im Gerät, lässt sich der freie Eingang als fünfter Linear-Eingang einrichten.
Ein Record-Ausgang und der asymmetrische Verstärker-Ausgang vervollständigen das Anschlußfeld.
Die Fernbedienung ist heute ein nicht mehr wegzudenkendes Element. Eine Möglichkeit, vom Hörplatz aus die Lautstärke einzustellen, ist bei den sehr unterschiedlichen Pegeln der einzelnen Platten ein wirklich nützliches Feature. Wir haben deshalb die Fernbedienung zu unserem Vorverstärker mit den Funktionen -laut- / -leise- und -mute- ausgestattet. Verstellt wird die Lautstärke ganz klassisch mit Motorpoti, der Drehknopf an der Frontplatte gibt mit seiner Markierung dazu die optische Rückmeldung.
Zum Lieferumfang gehören außer dem Vorverstärker das Netzgerät und ein Netzkabel, der Fernbedienungssender und die Granitplatte, auf der der Vorverstärker bündig Platz findet.
