Diese Schablone versetzt Sie in die Lage, alle Drehtonarme mit einer Effektivlänge von 8,6 bis 17,7 Zoll zu justieren.
Die Berechnung der Parameter erfolgte nach Løfgren mit der Zielsetzung, das Gesamtverzerrungsniveau aufgrund geometrischer Abweichungen von der idealen Tangentialposition über den gesamten Abtastbereich der LP so gering wie möglich zu halten.
Ein wenig Theorie
Die prinzipiellen geometrischen Zusammenhänge für eine Abtasteinrichtung basierend auf einem Drehtonarm wurde in Publikationen von Baerwald und Løfgren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bereits abgehandelt. Das Resultat dieser der Geometrie zugeordneten Publikationen war, daß die ideale Anordnung für einen Drehtonarm einer gegebenen Länge auf einem gekröpften Abtaster aufbaut, der mit einem definierten Überhang eingebaut wird. Somit überstreicht der Abtaster die Platte in exakt zwei Punkten tangential – dem inneren und dem äußeren Nulldurchgang.
Was heißt das? Hierzu folgende Bilder:
Jeder hat bestimmt schon einmal von Begriffen wie „effektive Länge“, „Überhang“, „Kröpfungswinkel“, etc. gehört. Obige Abbildung soll die Begriffe veranschaulichen und ein konkretes Bild von den Zusammenhängen vermitteln.
Wie aber sieht das „Fehlerverhalten“ der Abtastung in der Realität aus? Hierzu zwei Abbildungen basierend auf einem 9 Zoll-Tonarm (in diesem Falle der REGA) und einem 12 Zöller (Scheu Cantus), sowie einem fiktiven 14 Zoll-Tonarm.
Wie man unschwer erkennen kann, nimmt mit steigender Effektivlänge des Tonarms die Fehlerkurve einen immer glatteren Verlauf an. Wie sich das auf die geometrischen Verzerrungen auswirkt zeigt die folgende Abbildung:
Während beim REGA Tonarm bei einem Abtastradius von 57 mm bereits rund 1,6% an Verzerrungen auftreten, bleibt der 14 Zöller im Bereich von 1%!
Bei den beiden Nulldurchgängen (die Punkte, in denen die eingezeichnete Tangentialkurve bei 0 geschnitten, resp. berührt wird) sind die Verzerrungen ebenfalls Null – wohlgemerkt nur die Fehler aufgrund geometrischer Abweichungen von der Tangentialposition!
Des weiteren bleibt festzuhalten, daß mit steigendem Abstand der Achsen (PS) die Fehlerkurven immer flacher werden und die Abtastverzerrungen sukzessive der Nulllinie zustreben. Somit ist der Tangentialarm der Grenzfall eines Drehtonarms mit unendlichem Abstand PS.
Konstruktionscharakteristika
Ziel der Entwicklung war, einen ordentlichen Kompromiß für die Abtastung von LPs aufzufinden. Hierbei wurde eine Schar von rund 100 Langspielplatten für die empirische Ermittlung des inneren Abtastradius herangezogen. Nach unseren Erkenntnissen bewegt sich der innere noch geschnittene Radius bei der Majorität der Schallplatten im Bereich von 60 mm. Mit einem äußeren Radius von 146 mm ergibt sich eine fixe Konstruktionskonstante von 93,445 mm bei den beiden Nulldurchgängen 70,2 mm und 116,6 mm.
Ältere Klassikaufnahmen sind vereinzelt noch in den Bereich von bis zu 58 mm geschnitten, doch stellt dies die große Ausnahme dar. Speziell Klassikaufnahmen haben die Eigenschaft, die größten Lautstärken im Innenbereich der Schallplatte aufzuweisen, weshalb dieser Bereich besondere Beachtung bei der Justage abverlangt. Diesem Umstand Rechnung zu tragen gibt es eine zweite Seite mit veränderten Parametern auf der Rückseite, die zudem ein Stroboskop enthält, mit dem man mit normaler Deckenbeleuchtung die Geschwindigkeiten 33 1/3 und 45 Upm einstellen kann.
Justage – ein leichtes Spiel
Zu allererst ein warnender Hinweis: Abtaster sind filigrane Feinmechanikerzeugnisse, die mit größtmöglicher Sorgfalt behandelt werden wollen. Wir lehnen jegliche Haftung für Beschädigungen, die durch den Gebrauch unserer Produkte verursacht werden, ab.
Die Ihnen vorliegende Schablone wurde auf möglichst einfache Handhabung hin entwickelt. Die Dicke von 3 mm simuliert in hinreichender Genauigkeit die heutzutage in der Mehrzahl vertretenen 180 Gramm-Pressungen. Somit ist es auch in einfacher Weise möglich, den VTA mit Hilfe eines Spiegels bereits vorab geometrisch korrekt einzustellen.
Legen Sie die Meßschablone auf den Plattenteller auf und setzen Sie das Meßlineal auf. Achten Sie bitte darauf, daß der Paßstift in eines der Löcher einsinkt, da andernfalls das Lineal in der Spindel verkanten kann!
Drehen Sie das Lineal in Richtung auf das Tonarmlager.
Messen Sie den Abstand zwischen den Achsen. Abzulesen ist der Achsenabstand an der dem Tonarm zugewandten Seite des Lineals.
Wenn Sie den Abstand gemessen haben, überprüfen Sie bitte, ob das Lineal in der richtigen Bohrung mit dem Paßstift auf der Schablone fixiert ist. Wenn dies nicht der Fall sein sollte, dann korrigieren Sie bitte diese Einstellung, da Sie andernfalls keine korrekte Überhangjustage erzielen können! Es stehen die Meßbereiche 200-235, 235-270, 270-305, 305-370 und 370-440 mm zur Verfügung.
Im nächsten Schritt suchen Sie exakt den Punkt auf der Schablone auf, den Sie auf dem Lineal abgelesen haben. Die Unterteilung ist in Schritten von 1 mm; Zwischenschritte sind mit hinreichender Genauigkeit einzustellen.
Somit haben Sie den exakten Überhang des Abtasters eingestellt.
Der nächste Schritt besteht in der Ausrichtung des Nadelträgers parallel zu den Hilfslinien. Zuerst sollten Sie den inneren Nulldurchgang x(0) einstellen und hernach am Punkt x(0)’ den äußeren Nulldurchgang kontrollieren. Wenn der Nadelträger am äußeren Nulldurchgang ebenfalls exakt mit den Hilfslinien fluchtet, sollte sich auch der Überhang nicht wieder verstellt haben.
Hiermit ist die Einstellung des Kröpfungswinkels abgeschlossen.
Kontrollieren Sie bitte zum Abschluß nochmals den Überhang wie in den Punkten zuvor beschrieben. Sollte keine Verschiebung eingetreten sein, dann ist die Justage hiermit beendet.
Viel Spaß beim Musikhören!